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Monaco, einfach Preiswert?

Wenn man auf den Jugendseiten die Reiseberichte
liest, findet man oft genug Reiseberichte aus Monaco. Man könnte meinen, dass
die Mitglieder der Jugendgruppe wohl nur aus wohl- situierten oder
besserverdienenden Familien stammen. Oder warum können die sich solche Ziele
leisten?
Ganz einfach: Die Übernachtungen sind dort unschlagbar preiswert. Ein
Widerspruch? Sagt man doch hier in Monaco treffen sich nur die Reichen und damit
sollten auch diese Kosten recht hoch sein. In der Stadt der Reichen und Schönen
wird das wohl so sein. Fährt man nur einige Kilometer außerhalb dieser Stadt,
hat man schon einige Preiswerte Möglichkeiten zur Übernachtung. Wir zum
Beispiel, übernachten immer in Gorbio, einem kleinem Dorf hoch über dem
Mittelmeer, direkt über Menton. Hier gibt es gleich zwei Zeltplätze, einer
davon, ein Naturzeltplatz, ist zwar recht rustikal eingerichtet dafür aber
preiswerter als manch andere Zeltplätze hier in Deutschland. Für 3 Euro kann
man/frau schon dort übernachten. Rustikal heißt jedoch nicht, dass es dort keine
sanitären Einrichtungen geben würde, nein alles vorhanden. Vielleicht nicht
gerade nach dem Deutschen Standart aber benutzbar. Noch dazu warten die Duschen
mit einem phantastischen Blick über die Altstadt von Gorbio bis hin zum
Mittelmeer auf. Ein großer Vorteil ist auch das eines der Klettergebiete genau
vor der „Haustür“ liegt. Ca. 10 min Fußweg entfernt vom Zeltplatz liegt das
Klettergebiet von Gorbio. Hier reihen sich Routen im 4. bis 7. Franzosengrad an
einander. Da dieses Klettergebiet eines der Jüngsten dort ist, sind die Routen
noch nicht abgespeckt. Auch Familien mit Kindern haben dort genügend Platz und
Routen zum Klettern.

Gorbio ist für unsere Aktivitäten ein treffliches Basislager und jeder wird erkennen, dass Monaco nicht unbedingt immer nur ein Reiseziel für die oberen 10 000 dieser Welt ist. Von Gorbio aus, fährt man am besten immer am Hang der Felsen entlang in Richtung Monaco. Wenn man auch weiter in dieser Höhe bleibt, erreicht man die Ortschaft La Turbi, genau über Monaco. Hier befindet sich das nächste Klettergebiet. Der Felsen erhebt sich genau über Monaco und ist eigentlich für einen Kletterer wegen der Aussicht schon ein unbedingtes Muss für jeden Kletterer. Bei fast jedem Klettermeter hat man einen grandiosen Blick über das Mittelmeer, kann die großen Schiffe in den Hafen ein- und auslaufen sehen. Nicht nur die Aussicht sondern auch die Routenvielfalt ist hier sehr schön. Das einzige Problem dort sind die Massen an Kletterer, die sich an schönen Tagen das Seil in die Hand geben. In manchen Routen ist dadurch der Felsen auch schon arg abgespeckt. Dafür kann man aber fast aus jeder Route spektakuläre Fotos machen. Die meisten Sektoren sind durch ihre Anlage recht Kinderfreundlich. Der Sektor „Big Ben“ (Titelbild) sollte aber nur von geübten besucht werden. Hier ist der Zustieg (bzw. Abstieg) schon recht anspruchsvoll und abenteuerlich. Dort findet man jedoch die schwersten Routen. Da dieser Sektor durch eine große Grotte gebildet wird ist hier auch ein regensicheres Klettern durch aus möglich.

Fährt man von La Turbie aus weiter ins Hinterland dann erreicht man das Klettergebiet von Peillon. Die Sektoren dieses Klettergebietes erreicht man nur über einem Fußmarsch von 20 bis 30 Minuten. Auch dieses Gebiet wartet mit einem guten Querschnitt an Schwierigkeiten auf, bei bestem Felsen. Somit lohnt sich auch der Anmarsch. Hier findet man, im Sektor „La Grotte“, neben „Big Ben“ in La Turbie, die weitesten Überhänge. Die Kletterrouten in diesem Sektor liegen aber fast alle im Bereich ab 6b aufwärts. Zwar ein Tipp für Regentage, nur nicht für Genuskletterer. Wenn man sich jedoch nicht nur „La Grotte“ zum Klettern aussucht, findet sich auch für Anfänger und Fortgeschrittene ein üppiges Routenangebot.
Natürlich gibt es in der näheren und weiteren Umgebung noch weitere Klettergebiete. Nur haben wir nicht die Lust oder die Zeit sie zu besuchen. Eines zum Beispiel ist La Trinite. Das ist aber ein alter Steinbruch und dadurch für uns nicht gerade das erstrebenswerte Ziel. Auch findet man im weiteren Bereich Mehrseillängenrouten. Wer unbedingt mal ein Tag in einer Route zubringen möchte, auch das bietet Monaco.
Sollte man dann irgendwann genug haben vom
Klettern bietet sich natürlich auch der Besuch von Monaco an. Das zur schau
gestellte Geld und die Lebensweise der oberen 10 000 ist schon recht
interessant. Nur hat man da schon das erste Problem. Zwar findet hier einmal im
Jahr die Formel1 statt, dennoch sind die Straße recht eng und noch dazu viel
befahren. Ohne Stau dort hin zugelangen, gelingt nur in der Nacht.
Positiv sind die vielen Parkhäuser. Man findet dort fast immer einen freien
Parkplatz. Diesen muss man aber auch bezahlen. 4 Stunden schlagen da mit 8 Euro
zubuche. Die erste Stunde Parken ist meist kostenlos. Einen Tipp für alle
Besucher, die auf ihre Reisekasse achten müssen – bringt Euch das Essen mit!
Speisen und Getränke im Restaurant sind recht teuer. In einem Lokal neben dem
Kasino kostet die Vorspeise schon um die 20 Euro (Parkplatz nicht mit
inbegriffen). Einzig Bezahlbar bleibt nur Mc D... . Den muss man aber auch erst
einmal finden.
In der Stadt Monaco kann man neben den Nobelkarossen an jeder Straßenecke und
den Nobelbooten im Hafen auch noch eine sehr schmucke Altstadt auf dem Felsen.
Auch ist das ozeanische Museum ein Besuch wert. Während unseres Aufenthaltes
wurde schon die Strecke für die Formel 1- Rennen vorbereitet und es war schon
beeindruckend diese Straßen abzufahren. Ein Weiteres Problem in dieser Stadt
sind die vielen Einbahnstraßen. Passt man da nicht auf, fährt man öfters an den
Tribünen vorbei. Wir haben es glatt auf vier Mal gebracht.
Also doch, Monaco ist immer eine Reise –auch für
Kletterer- und auch mit kleinem Geldbeutel wert. Wir hatten immer viel Spaß bei
den Reichen und Schönen. Man muss nur wissen, wie man es macht. Bestimmt werden
wir noch öfters dort hinfahren.
Euch wünsche ich auch viel Spaß dabei
Alex